Ratgeber

Restposten verkaufen: Wie der Ankaufspreis entsteht

Was bestimmt den Preis für Restposten? Und wie bereiten Sie den Verkauf so vor, dass er schnell, fair und diskret läuft? Ein Leitfaden für Modemarken und Händler.

„Was sind meine Restposten wert?" ist die häufigste Frage – und eine pauschale Antwort gibt es nicht. Aber es gibt klare Faktoren, die den Ankaufspreis bestimmen, und ein paar Dinge, mit denen Sie einen guten Verkauf vorbereiten.

Die vier Faktoren hinter dem Preis

Ein seriöser Ankaufspreis richtet sich immer nach vier Größen:

  • Warenart: Bekleidung, Schuhe, Accessoires, Marke und Segment – hochwertige oder gefragte Ware erzielt mehr.
  • Zustand: Neuware, Vorsaison, Retoure oder B-Ware. Je besser und einheitlicher, desto höher.
  • Menge: Größere, sortenreine Posten sind effizienter abzuwickeln und meist attraktiver konditioniert.
  • Marktlage: Nachfrage, Saison und Absatzkanäle zum Zeitpunkt des Verkaufs.

Warum Timing über den Preis entscheidet

Mode verliert kontinuierlich an Wert. Ein Posten, der am Saisonende verkauft wird, bringt spürbar mehr als derselbe Posten ein Jahr später aus dem Lager. Wer früh handelt, statt Ware „liegen zu lassen bis sich etwas ergibt", holt fast immer den besseren Preis heraus.

So bereiten Sie den Verkauf vor

Je klarer Ihre Angaben, desto schneller und präziser das Angebot. Hilfreich sind:

  • Eine kompakte Bestandsliste (Warengruppe, ungefähre Menge, Zustand; optional UVP oder EK).
  • Ein paar Fotos repräsentativer Ware.
  • Der Standort der Ware für die Abholung.

Mehr müssen Sie nicht vorbereiten – Sie müssen die Ware weder sortieren noch aufbereiten.

Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Zu lange warten: kostet Lager und Wert. Lieber frühzeitig anfragen.
  • Öffentlich anbieten: Restpostenbörsen machen Preise und Marke sichtbar – besser diskret an einen Aufkäufer.
  • Unklare Angaben: verzögern die Bewertung. Eine grobe Liste genügt, sollte aber ehrlich zum Zustand sein.

Diskretion sichern

Gerade Marken sollten darauf achten, dass Restposten abseits der eigenen Vertriebswege vermarktet werden. Ein seriöser Partner flutet nicht den Graumarkt, hält Preise und Marke geschützt und behandelt Ihre Angaben vertraulich.

Ab welcher Menge lohnt sich der Verkauf?

Eine Anfrage lohnt sich in der Regel ab einer Palette. Bei größeren, sortenreinen Posten sind die Konditionen meist attraktiver, weil sich die Ware effizienter abwickeln lässt. Aber auch kleinere Mengen sind möglich – entscheidend ist, dass die Ware zusammengefasst und klar beschrieben ist. Gemischte Posten über mehrere Warengruppen sind kein Problem und werden anteilig bewertet.

Der Ablauf in Kürze

Anfrage mit kurzer Liste → Bewertung nach den vier Faktoren → verbindliches, unverbindlich anzunehmendes Angebot (in der Regel innerhalb von 48 Stunden) → Abholung und Zahlung. Den vollständigen Ablauf finden Sie unter So läuft der Ankauf ab, das Angebot selbst über Restposten verkaufen.

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